Die Blase

Um verstehen zu können, was Blasenkrebs bedeutet, hilft es, das Organ „Harnblase“ näher zu betrachten. Die Harnblase ist maßgeblich an der Urinausscheidung beteiligt und spielt eine zentrale Rolle im System der ableitenden Harnwege.

Ableitende Harnwege

Solange die Blase gesund ist, schenkt man ihr keine große Aufmerksamkeit. Dabei ist sie ein wichtiger Akteur im System der ableitenden Harnwege, auch Urogenitaltrakt genannt. Dieser umfasst neben der Blase Nieren und Harnleiter (Ureter) sowie Harnröhre (Urethra). All diese Organe tragen dazu bei, Urin zu sammeln und zu transportieren. Damit erfüllen sie eine wichtige Funktion: Über die Urinausscheidung werden auch der Salz- und Wasserhaushalt im menschlichen Körper reguliert.

Nieren und Harnleiter (Ureter) bilden den oberen Abschnitt der ableitenden Harnwege, Blase und Harnröhre (Urethra) den unteren Abschnitt des Harnwegsystems.

Die Harnblase ist ein flexibel dehnbares Hohlorgan. Sie befindet sich gut geschützt im kleinen Becken – etwa auf der Höhe des Schambeins. In ihr sammelt sich der in den Nieren produzierte Urin. Über die Nieren fließt er in die Nierenbecken. Von dort strömt der Urin durch die Harnleiter in die Blase. Je nach Geschlecht verlaufen die Harnleiter unterschiedlich: bei Männern durch Vorsteherdrüse (Prostata), Penis und Eichel, bei Frauen führen sie durch den Beckenboden bis zum Scheidenvorhof. Die männliche Harnröhre misst in der Regel 24 Zentimeter, die weibliche drei bis fünf Zentimeter.

Die Blase im Wandel der Zeit

Stabil, flexibel dehnbar und auslaufsicher – aufgrund dieser Eigenschaften nutzten die Menschen in früheren Zeiten gesäuberte präparierte Harnblasen von Tieren, um Flüssigkeiten, Käse oder Dokumente aufzubewahren und zu transportieren. Beispielsweise bewahrten Maler bis zur Erfindung der Tube im Jahr 1841 ihre Ölfarbe in Tierblasen auf. Außerdem machte die Beschaffenheit des Organs die Blase im Mittelalter zu einem beliebten Baumaterial. Damals ersetzten in Holzrahmen gespannte Schweinsblasen Glasfenster – und galten als bruchsicher. Ebenso schmückten die inneren Häute der Blase Lampenschirme oder Laternen.

Aufbau der Blase

Die Blase setzt sich aus unterschiedlichen Gewebsschichten zusammen. Die innere Schicht besteht aus Schleimhaut mit einem Deckgewebe (Urothel), das die Harnblase vor dem enthaltenen Urin schützt. Darüber befindet sich eine Bindegewebsschicht, gefolgt von einer Schicht aus Muskelgewebe, die das Dehnen und Zusammenziehen (Kontrahieren) der Blase steuert. Die äußere Schicht besteht aus Nerven, Blut- und Lymphgefäßen sowie Fettgewebe.

Die Gewebsschichten der Blase im Querschnitt.

Die Blase besteht aus dem Blasenkörper, dem Blasenscheitel und dem Blasenboden. Über den Blasenboden reichen die Harnleiter in die Blase. Am unteren Ende der Blase befindet sich der Blasenhals; er reicht in die Harnröhre und ist am Öffnen und Schließen der Blase beteiligt. Die Harnausscheidung reguliert ein Schließmuskel zwischen Blase und Harnröhre, der sich willentlich steuern lässt.

Die Blase ist dehnbar und passt ihre Größe an ihre Füllmenge an, die bis zu einem Liter betragen kann. Harndrang verspürt man bereits ab einer Menge von 300 Millilitern. Dies entspricht etwa einem Glas Wasser.

Nachbarorgane der Blase

Die Blase ist von verschiedenen Bauchorganen umgeben. Bei Frauen befindet sich die Blase vor der Gebärmutter (Uterus) und dem oberen Teil der Scheide (Vagina). Hinter diesen liegt der Mastdarm.

Bei Männern sind die benachbarten Organe die Samenbläschen, die Samenleiter und der Mastdarm. Ein Tumor entsteht aus der Urothelschicht der Blase, kann aber unterschiedliche Gewebsschichten befallen. Je weiter er vordringt, desto fortgeschrittener ist die Erkrankung (siehe Tumorformen).

SCHLEICHENDE GEFAHR

Auf leisen Sohlen: 20 bis 30 Jahre kann Blasenkrebs unerkannt wachsen, bis es zu Symptomen wie etwa Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen kommt.

Quelle: www.selbsthilfe-harnblasenkrebs.de