Ursachen und Risikofaktoren

Warum entsteht Blasenkrebs? Diese Frage haben Wissenschaftler noch nicht ganz geklärt. Jedoch steht fest, dass das Risiko für Blasenkrebs durch einige Faktoren erhöht wird. Dazu zählen: Rauchen, bestimmte chemische Verbindungen und häufige Blasenentzündungen.

 

Rauchen und Blasenkrebs

Wer raucht, riskiert nicht nur an Lungen-, sondern auch an Blasenkrebs zu erkranken. Der Grund: Die im Rauch enthaltenen krebserregende Substanzen (Karzinogene) nimmt der Körper über das Blut auf und scheidet sie über die Nieren wieder aus. So wandern sie mit dem Urin in die Blase, wo sie bis zur Ausscheidung verweilen. Dort können sie ihre schädigende Wirkung entfalten.

SCHLUSS MIT RAUCHEN

Schätzungsweise 50 %  aller Neuerkrankungen von Harnblasenkrebs lassen sich auf den blauen Dunst zurückführen.

Quelle: Die Blauen Ratgeber, Blasenkrebs, S.12

Blasenentzündung und Medikamente als Risiko für Blasenkrebs

Als mögliche Auslöser für Blasenkrebs kommen auch chronische Blasenentzündungen in Betracht, die beispielsweise durch Tragen eines Katheters entstehen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln mit dem Wirkstoff Phenazetin kann das Risiko erhöhen.

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Blasenkrebs als Berufskrankheit

Laut Sozialgesetzbuch handelt es sich um eine Berufskrankheit, wenn Krankheiten durch „besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind […]“ (Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung, §9 Berufskrankheiten SGBVII)

Dies gilt auch für Blasenkrebs: Wer berufsbedingt jahrelang mit bestimmten chemischen, krebserzeugenden Stoffen in Kontakt kommt, hat ein höheres Risiko, daran zu erkranken als andere Personen. Dies nachzuweisen ist eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung von Blasenkrebs als eine Berufskrankheit und hat auch finanzielle Folgen: Wird Ihre Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt, erhalten Sie Therapien, Reha-Maßnahmen oder Ausgleichszahlungen finanziert.

BERUFSRISIKO BLASENKREBS

Bestimmte Chemikalien erhöhen die Gefahr, an Blasenkrebs zu erkranken. Besonders gefährdet sind Maler, Friseure oder Beschäftigte in Textil- und Chemieunternehmen sowie im Straßenbau.

Chemische Verbindungen, besonders die sogenannten aromatischen Amine können gefährlich für den menschlichen Körper sein. Sie gelten als „eindeutig krebserregend“ und zählen zur höchsten Gefahrenstufe K1. Doch nicht jeder kommt täglich damit in Kontakt. Nur in bestimmten Branchen kommen diese Stoffe häufig zum Einsatz. Die chemische Industrie fertigt damit beispielsweise Azofarbstoffe, Isocyanate oder Polyurethane. Aber auch in Friseurchemikalien oder als Härter für Epoxidharze können aromatische Amine genutzt werden. Außerdem kommen sie in Teer und Peck vor. Bei bestimmten industriellen Prozessen, wie etwa in Gießereien, bilden sich ebenfalls aromatische Amine.

Aromatische Amine können zudem aus Azofarbstoffen entstehen; diese nutzen Hersteller häufig zum Färben von Textilien, Leder, Holz, Papier oder Mineralölprodukten.

Anerkennung von Blasenkrebs als Berufsskrankheit

Den Antrag können Sie bei dem gesetzlichen Unfallträger stellen. Ihr Arzt ist dazu verpflichtet, Sie bei begründetem Verdacht, dabei zu unterstützen. Dies verbessert auch die Chance, dass Ihr Antrag bewilligt wird.

Die Anerkennung eines Urothelkarzinoms als Berufserkrankung erfolgt, wenn Personen den gefährdenden Giftstoffen über einen entsprechenden Zeitraum ausgesetzt waren. Dazu zählen beispielsweise Chemiearbeiter, Lackierer, Automechaniker, Beschäftigte in der Gummiverarbeitung, der Stahl- und Lederindustrie, Friseure und Zahntechniker. Auch wenn viele gefährliche Stoffe heute nicht mehr zum Einsatz kommen, können immer noch berufsbedingte Urothelkarzinome auftreten. Denn Krebs entwickelt sich über Jahre hinweg.

Im Fall von Blasenkrebs dient das Berufskrankheit_Merkblatt-1301 „Schleimhautveränderungen, Krebs oder andere Neubildungen der Harnwege durch aromatische Amine“ als Orientierung.

Blase als Sitz der Seele

Die Eskimos leben von der Robbenjagd und glauben, dass die Blase der Sitz der Seele ist. Um sich auch in Zukunft neue Beute zu sichern, sammeln sie während eines Jahres alle Blasen der erlegten Tiere. Bei dem sogenannten Blasenfest werfen sie kunstvoll bemalte Robbenblasen ins Meer zurück – im Glauben, dass so neue Tiere geboren würden, die im kommenden Jahr erlegt werden könnten.