Diagnose Blasenkrebs

Blasenkrebs ist oft schwer zu diagnostizieren, da die auftretenden Beschwerden so unspezifisch sind und häufig verschiedene Ursachen haben können. Es ist wichtig, den Blasenkrebs frühzeitig zu erkennen, daher wenden Ärzte bei Verdacht auf Blasenkrebs verschiedene Diagnoseverfahren an. Mit der Diagnose Blasenkrebs geht auch die Bestimmung der Tumorform einher.

Symptome von Blasenkrebs

Bei folgenden Warnsignalen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Ursachen abklären lassen:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang – aber nur kleine Mengen Urin
  • Rot- oder Braunfärbung des Urins, ohne Schmerzen zu verursachen
  • Erschwertes oder nur tröpfchenweises Wasserlassen, manchmal schmerzhaft
  • Schmerzen im Unterleib oder in der Nierengegend

 

Diagnoseverfahren

Besteht der Verdacht auf Blasenkrebs können verschiedene Diagnoseverfahren zum Einsatz kommen. Dazu gehört das Arzt-Patienten-Gespräch, auch Anamnese genannt. Währenddessen verschafft sich Ihr Hausarzt einen Überblick über Ihren Gesundheitszustand. Bestätigt sich der Verdacht auf Harnblasenkrebs, überweist Sie Ihr Arzt zu einem Urologen.

Bei Hinweisen auf Blasenkrebs im Urin folgt eine Untersuchung der Blase auf sichtbare Veränderungen. Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren kann der Arzt Lage und Größe eines eventuell vorhandenen Tumors einschätzen. Die folgenden schmerzfreien Untersuchungsmethoden zählen dazu:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Urographie)
  • Computertomografie (CT)
  • Magnetresonanztomografie (MRT)

Ein weiteres Diagnoseverfahren ist die Transurethrale Resektion, kurz TUR. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Blasenspiegelung. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Tumor in der Harnblase befindet. Mittels einer Knochenszintigrafie können Ärzte erkennen, ob sich Tumorzellen im Körper ausgebreitet haben. Dabei wird ein schwach radioaktives Kontrastmittel gespritzt, welches sich in den Knochen anreichert. Röntgenaufnahmen zeigen, ob Metastasen vorliegen.

Symptome und Diagnose von Blasenkrebs – Expertenclip

Welche Alarmzeichen sollten Patienten ernst nehmen und wie läuft die Diagnose genau ab? Fachärzte bringen es am besten auf den Punkt: In dem folgenden Filmclip beschreiben Prof. Jürgen Gschwend und Dr. Robert Tauber vom Klinikum rechts der Isar, München die ersten Anzeichen von Blasenkrebs, die Betroffene bei sich beobachten können. Außerdem stellen sie das gängige Diagnoseverfahren dieser Krebsart vor, die Transurethrale Resektion.

TUMORFORMEN VON BLASENKREBS

Blasenkrebs bedeutet, dass sich in der Harnblase ein bösartiger Tumor, ein sogenanntes Harnblasenkarzinom, gebildet hat. Generell unterscheiden Mediziner zwischen nicht-muskelinvasiven und muskelinvasiven Tumoren, womit die Lokalisation des Tumors angegeben wird. Nicht-invasiver Blasenkrebs heißt, dass der Tumor die Blasenschleimhaut und die Bindegewebsschicht, die sich unmittelbar darunter befindet, befallen hat. Muskelinvasive Tumoren sind bereits in tiefere Schichten der Blase vorgedrungen (vgl. Abbildung „Gewebsschichten der Blase“).

Darüber hinaus werden Tumoren in ein international gültiges TNM-Klassifizierungssystem eingeordnet:

  • T (Tumor) = Ausdehnung des Tumors
  • N (engl. „node“ gleich „Knoten“ ) = Anzahl befallener Lymphknoten
  • M (Metastasen) = evtl. vorhandene Metastasen

Diese Einteilung, auch Staging genannt, ermöglicht es, das Stadium und den Zustand eines Tumors exakt zu bestimmen. Daraus leitet sich die weitere Behandlung ab. So kann jeder Patient eine maßgeschneiderte Therapie erhalten, die genau auf den Zustand seines Harnblasentumors abgestimmt ist.

NICHT-MUSKELINVASIVE BLASENTUMOREN

Bei nicht-invasiven Tumoren handelt es sich um frühe Krebsstadien (Ta, T1 und Tis) mit guten Heilungschancen. Man unterscheidet zwischen papillären, warzenförmigen Tumoren (Ta, T1) und flachen in situ-Karzinomen (Tis). Diese sind aufgrund ihrer Form schwer nachzuweisen.

Querschnitt durch die Blase: Ausbreitung nicht-muskelinvasiver Tumoren.

MUSKELINVASIVE BLASENTUMOREN

Muskelinvasiv bedeutet, dass der Tumor die Blasenmuskulatur durchdrungen hat und bereits tiefer in die Blasenwand eingewachsen ist. Bei muskelinvasiven Tumoren liegt ein fortgeschrittenes Stadium vor.

Der Harnblasenkrebs hat tiefere Gewebsschichten befallen – Tumoren der Stadien T2, T3 und T4 liegen vor.

Ausführliche Informationen zur TNM-Klassifikation finden Sie in der Broschüre