Transurethrale Resektion

Die Transurethrale Resektion (TUR) ist ein standardisierter Eingriff unter Narkose. Er ermöglicht sowohl die Diagnose von Blasenkrebs als auch die Behandlung nicht-muskelinvasiver Tumoren.

Was ist eine transurethrale Resektion?

Wenn der Tumor sich nur in der Schleimhaut der Harnblase befindet, kann er mithilfe eines minimalinvasiven Verfahrens, also ohne einen Schnitt durch die Bauchdecke, entfernt werden: Die sogenannte transurethrale Resektion (TUR) ähnelt einer Blasenspiegelung (Zystoskopie), erlaubt aber neben der Untersuchung per Kamera zusätzlich die Entnahme von Gewebe.

„Transurethral“ bedeutet „durch die Harnröhre“, „Resektion“ heißt übersetzt „Entfernung“. Genauso geht der Arzt vor: Über die Harnröhre wird das Zystoskop in die Blase eingeführt. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Blasenspiegelung handelt es sich dabei um ein starres Rohr anstelle eines flexiblen Schlauchs. Zusammen mit einer Kamera wird eine kleine Drahtschlinge in die Blase eingeführt. Somit kann der Arzt Gewebe abtragen, Proben entnehmen und dabei das Vorgehen beobachten.

Dieser verhältnismäßig kleine Eingriff kann große Wirkung haben: Nicht-muskelinvasive Tumoren können dabei komplett entfernt werden.

Die TUR findet in der Regel unter Narkose statt und dauert 5 bis 60 Minuten. Zur genauen Diagnose wird bei der TUR Gewebe entnommen. Ein Pathologe untersucht dieses anschließend. Dabei sind vor allem zwei Dinge von Bedeutung. Zum einen können Eigenschaften der Tumorzellen bestimmt werden, zum Beispiel, ob es sich um besonders schnell wachsende Zellen handelt.

Mithilfe des Zystoskops werden sowohl Kamera als auch Drahtschlinge über die Harnröhre in die Blase eingeführt.

Wann ist eine transurethrale Resektion erfolgreich?

Außerdem kann der Pathologe unter dem Mikroskop sicherstellen, ob die TUR erfolgreich war: Besteht der Rand der Probe aus gesunden Zellen, wurde die Wucherung wahrscheinlich komplett entfernt. Finden sich dagegen an den Rändern Krebszellen oder besteht der Tumor aus sehr schnell wachsenden Zellen, kann eine zweite TUR (Nachresektion) nötig sein.

Im filmischen Beitrag von Prof. Dr. med. Jürgen E. Gschwend und Dr. med. Robert  Tauber erfahren Sie mehr zum Einsatz und Ablauf einer einer Transurethralen Resektion unter der Rubrik Diagnose Blasenkrebs.

Grundstein zur Diagnose von Blasenkrebs

Manchmal kann Erfindergeist Leben retten. Bestes Beispiel dafür ist der Urologe Max Nitze. Im Jahr 1879 stellte er erstmals ein Instrument zur Spiegelung der Harnblase vor. Mit einem elektrisch beleuchteten Zystoskop legte er den Grundstein für die Diagnose von Blasenkrebs. Noch heute profitieren Patienten von dieser Innovation.