So gelingt Ihr Wiedereinstieg in den Job

Arbeiten zu gehen und den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist für viele Menschen ein wichtiger Aspekt der Selbstbestimmung. Was aber, wenn Sie krankheitsbedingt länger ausgefallen sind oder Ihren bisherigen Job nicht mehr in vollem Umfang ausüben können?

Hilfen bei der Wiedereingliederung

Ob während der Krebsbehandlung oder nach einer längeren Ausfallszeit, als Mitarbeiter benötigen Sie Unterstützung bei der Wiedereingliederung in den Beruf. Manchmal ist es nach einer Blasenkrebserkrankung notwendig, den Arbeitsplatz anzupassen. Vielleicht ist es sinnvoll, dass Sie innerhalb des Betriebs auf einen anderen Tätigkeitsbereich wechseln. Auch die mögliche Dauer Ihrer täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit ist zu klären. Hierfür ist das „Betriebliche Eingliederungsmanagement“ (BEM) ein geeignetes Programm.

Welche Voraussetzungen müssen Sie mitbringen?

Wenn Sie in den letzten zwölf Monaten mindestens sechs Wochen krankheitsbedingt arbeitsunfähig waren, steht Ihnen ein BEM zu.

Ist die Teilnahme freiwillig oder verpflichtend?

Die Teilnahme an einem BEM-Programm ist für den Arbeitnehmer freiwillig, der Arbeitgeber ist jedoch dazu verpflichtet.

Wer betreut das BEM im Unternehmen?

Je nach Unternehmensgröße arbeiten verschiedene Akteure mit. Gibt es einen Betriebsarzt im Unternehmen, gleicht er Ihre Fähigkeiten und noch bestehenden Einschränkungen mit den Anforderungen am Arbeitsplatz ab. Er berät Sie und gibt Empfehlungen, wie Ihre Beschäftigungsfähigkeit wieder hergestellt werden kann.

Darüber hinaus sind die Geschäftsleitung, Betriebsrat oder Personalmanagement an der Erarbeitung einer individuellen Lösung für Ihre Rückkehr beteiligt.

Hamburger Modell: Stufenplan unter ärztlicher Aufsicht

Die bekannteste BEM-Maßnahme ist das Hamburger Modell: Hierin entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt oder dem Betriebsarzt einen Stufenplan, um Ihre persönliche Arbeitsbelastung in festgelegten Schritten und Zeiträumen zu steigern.

Der Stufenplan ist kein fester Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, aber eine gute Hilfe, um unter ärztlicher Aufsicht Anforderungen, Möglichkeiten und Erwartungen realistisch einzuordnen.

Der Stufenplan legt den Beginn und die Dauer der Maßnahme fest. Da nicht vorhersehbar ist, ob und wie schnell Sie wieder voll einsatzfähig sind, erstreckt sich der Wiedereinstieg sehr individuell über einen Zeitraum von sechs Wochen bis hin zu sechs Monaten.

Ebenfalls wird festgeschrieben, wie viele Stunden Sie pro Tag arbeiten können und in welchen Schritten Sie die Arbeitszeit erhöhen. Zudem wird die Möglichkeit eines Abbruchs geregelt.

Das haben Sie davon: Rechte und Vorteile

1. Weiterhin Bezug von Krankengeld

Während einer Wiedereingliederungsmaßnahme gelten Arbeitnehmer mit einer vorausgegangenen Blasenkrebserkrankung als arbeitsunfähig und beziehen weiterhin Kranken- oder Übergangsgeld. Der Arbeitgeber zahlt in dieser Zeit kein Gehalt.

2. Soziale Absicherungen bleiben unangetastet

Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung bleiben in der Zeit eines BEM unangetastet, sodass hier später für Sie keine Nachteile bestehen.

3. BEM schützt vor Kündigung

Die Teilnahme an einem BEM schützt Sie als Mitarbeiter vor einer krankheitsbedingten Kündigung. Spricht ein Arbeitgeber eine Kündigung aus, ohne zuvor eine Maßnahme anzubieten, muss er vor dem Arbeitsgericht beweisen, dass er alles unternommen hat, um den Mitarbeiter an seinen Arbeitsplatz zurückzuführen und dass das BEM keinen Erfolg hatte.

4. BEM-Ablehnung erleichtert Kündigung

Lehnen Sie als Arbeitnehmer ein BEM ab, ist es für den Arbeitgeber leichter, eine Kündigung vor dem Arbeitsgericht zu begründen.

5. BEM mit Behinderung

Auch mit der Einstufung Behindert oder Schwerbehindert ist die Teilnahme an einem BEM möglich und eine Einschätzung durch den Arzt sinnvoll. Denn der Behinderungsgrad alleine sagt nichts über Ihre berufliche Leistungsfähigkeit aus und ist je nach Tätigkeitsfeld unterschiedlich relevant.

Weiterführende Informationen finden Sie in der Broschüre „Hilfen für Krebspatienten bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz“ und den weitere Broschüren der Themenreihe „Den Alltag trotz Krebs bewältigen“, die Sie hier kostenlos herunterladen oder bestellen können.