Ist Blasenkrebs vererbbar?

In manchen Familien scheint es eine Neigung zu Blasenkrebs zu geben. Wenn der Vater, der Onkel und vielleicht sogar die Schwester an Blasenkrebs erkranken, fragen sich viele Angehörige: Kann Blasenkrebs vererbt werden?  Der Frage, welche Rolle die Gene bei der Entstehung spielen, sind auch Forscher nachgegangen.

Gene schlagen Rauchen

Das Ergebnis einer Studie aus den USA von 2018 überrascht: Bisher ging man davon aus, dass vor allem der falsche Lebensstil das Auftreten dieser Krebsart begünstigen kann. So gilt beispielsweise Rauchen als ein bedeutender Risikofaktor für Blasenkrebs. In der Studie zeigte sich jedoch, dass die genetische Veranlagung bei der Bildung eines Urothelkarzinoms ebenfalls ausschlaggebend sein kann. Demnach ist bei Angehörigen von Blasenkrebspatienten das Risiko erhöht, ebenfalls an Krebs zu erkranken, – und zwar unabhängig davon, ob die Personen rauchten oder nicht.

Erhöhtes Krebsrisiko bei familiärer Vorbelastung

Grundlage für die Studie boten Daten des Krebsregisters und des Bevölkerungsregisters aus dem US-Bundesstaat Utah. Dort raucht nur ein sehr geringer Anteil der Bevölkerung. Die Zahlen ergaben, dass sowohl bei Verwandten ersten als auch zweiten Grades ein höheres Risiko für eine Krebserkrankung besteht.

Genauer gesagt scheinen Verwandte ersten Grades eher an Blasenkrebs, Nierenkrebs und Gebärmutterhalskrebs sowie Lungenkrebs zu erkranken. Dabei spielt das Alter, in dem die Eltern erkrankten, eine entscheidende Rolle: Trat der Blasenkrebs bereits in jungen Jahren auf, erhöht sich auch das Risiko, dass deren Kinder eines Tages von Blasenkrebs betroffen sind. Bei Verwandtschaftsbeziehungen zweiten Grades, also bei Großeltern und Enkeln oder Neffen und Onkeln mit Blasenkrebs, steigt das Risiko für Blasenkrebs oder Schilddrüsenkrebs.

Wie lässt sich der Zusammenhang erklären? Die Wissenschaftler haben dafür zwei Erklärungsansätze: Demnach haben nahe Verwandte einerseits die gleichen Erbanlagen, also ähnliche genetische Voraussetzungen; andererseits sind sie häufig auch den gleichen Umweltbedingungen ausgesetzt. Diese können ebenso bei der Entstehung von Krebserkrankungen beteiligt sein.

Besteht eine genetische Disposition für Blasenkrebs, wenden Sie sich am besten an Ihren behandelnden Arzt. Er berät Sie gerne.