Meine Frau, die Gesundheitsmanagerin              

In Deutschland haben Frauen und Männer die gleichen Chancen auf ein gesundes Leben – eigentlich. Wie Statistiken jedoch zeigen, leben Frauen im Durchschnitt etwa fünf Jahre länger, was die Frage aufwirft: Was ist der Grund dafür?

Eine mögliche Erklärung dafür lautet, dass Frauen Gesundheit generell einen höheren Stellenwert beimessen sowie mehr Wert auf Vorsorge und einen gesunden Lebensstil legen. Davon profitieren nicht nur die Frauen selbst, sondern auch ihre Partner. Eine Umfrage der DAK zeigt, dass Gesundheit bei Frauen eine höhere Priorität hat: So geben 58 Prozent der befragten Frauen an, dass sie stark auf ihre Gesundheit achten, fast zehn Prozent mehr als bei den befragten Männern.

Frauen haben ein höheres Gesundheitsbewusstsein

Durch ihr gesundheitsbewusstes Verhalten nehmen Frauen oft die Rolle der Gesundheitsmanagerin der Familie ein: Sie fördern damit auch das Wohlergehen von Partnern, Kindern und Eltern. Das belegt auch eine Umfrage der Apotheken Umschau. Demnach geben drei Viertel der befragten Frauen an, sehr auf die Gesundheit ihrer Familie, Freunde und Bekannten zu achten. 72,9 Prozent der Frauen tragen in einer Partnerschaft dafür Sorge, dass ihr Mann oder Freund Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt. Außerdem interessieren sich rund 64 Prozent  der Frauen stark oder sehr stark für das Thema „Gesundheit“; das sind gut 24 Prozent mehr als bei den Männern.

Männer sind Vorsorgemuffel

Grund für dieses Verhalten sind möglicherweise veraltete Geschlechterstereotypen. Durch Aussagen wie „Männer sind hart im Nehmen, kennen keinen Schmerz und sprechen nicht über ihre Gefühle“  haben viele vermittelt bekommen, es sei unmännlich, der eigenen Gesundheit zu viel Beachtung beizumessen. In der Folge nehmen Männer seltener an Vorsorgeuntersuchungen teil, ignorieren Warnzeichen und suchen erst bei starken Beschwerden den Arzt auf. Abgesehen davon kann natürlich auch pure Bequemlichkeit der Grund sein, dass jemand zum Vorsorgemuffel mutiert.

Gut, dass es in vielen Familien und Partnerschaften Frauen gibt, die sich um das Wohlbefinden ihrer Liebsten kümmern. Sie nehmen sich die Zeit, sich über Vorsorge- und Gesundheitsangebote zu informieren, kennen einschlägige Portale, vereinbaren Termine und motivieren sanft, diese auch wahrzunehmen. Vielleicht lassen sich dadurch die verhältnismäßig guten Zahlen der Befragung „Männer-/Frauengesundheit 2018“ erklären. Demnach geht über die Hälfte der Männer und zwei Drittel der Frauen regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen.

Spezielle Gesundheitskommunikation für Männer

Auch die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik haben erkannt: Männer haben besondere Bedürfnisse, wenn es um die Themen Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung  geht. Deshalb hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) spezielle Angebote entwickelt, die Männer dazu anregen sollen, sich mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen. So informiert die Webseite www.maennergesundheitsportal.de rund um Männergesundheit und gesundheitliche Risiken. Außerdem sind alle Interessierten zur 5. gemeinsamen Männer­gesund­heits­konferenz der BZgA eingeladen. Sie findet am 21. Januar 2020 in Berlin statt und fokussiert sich auf das Thema: „Gesundheit und Wohl­be­fin­den von Männern im digitalen Zeitalter – Ist die Zukunft männersensibler Prävention digital?“

Wie sich das Gesundheitsverhalten von Männern in Zukunft entwickeln wird, bleibt spannend. Aktuelle Zahlen weisen darauf hin, dass die Generation unter 35 Jahren häufiger allgemeine Gesundheits-Check-ups wahrnimmt als Frauen – selbst bei Untersuchungen, deren Kosten die Krankenkasse nicht  übernimmt.