Erwerbsminderungsrente bei Blasenkrebs

Sie können aufgrund Ihrer Blasenkrebserkrankung nicht mehr arbeiten oder nur in einem geringen zeitlichen Umfang Ihrem Job nachgehen? Doch für die Altersrente fehlen noch ein paar Jahre? Für diesen Fall hat der Gesetzgeber vorgesorgt: Mit einer Erwerbsminderungsrente können Sie Ihren Lebensunterhalt trotzdem sichern. Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste über  Erwerbsminderung bei Blasenkrebs.

Sozialleistungen bei Krebs: Erwerbsminderung

Bei der Erwerbsminderungsrente handelt es sich um eine Sozialleistung der Deutschen Rentenversicherung. Deshalb ist diese Ihr Ansprechpartner bei allen Fragen rund um Erwerbsminderungsrente und auch Ihre Antragsformulare reichen Sie dort ein.

Was verbirgt sich nun hinter dem Begriff „Erwerbsminderungsrente“?

Laut Definition bedeutet Erwerbsminderung, dass ein Arbeitnehmer seine berufliche Tätigkeit nicht mehr oder nur noch teilweise ausüben kann. Bemessungsgrundlage ist dabei immer die Arbeitsfähigkeit des Antragstellers. So liegt eine volle Erwerbsminderung vor, wenn Sie weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten können. Von Teilerwerbsminderung spricht man, wenn Sie mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden pro Tag arbeiten können. Sie sind teilerwerbsfähig, aber finden keinen entsprechenden Arbeitsplatz in Teilzeit? Dann können Sie die volle Erwerbsminderungsrente erhalten. Wer mehr als sechs Stunden pro Tag arbeitsfähig ist, hat keinen Anspruch auf diese soziale Leistung.

Tipp: Wenn Sie eine Erwerbsminderungsrente beziehen, ist es möglich einen Nebenjob auszuüben. Damit dürfen nicht mehr als 6.300 Euro pro Jahr verdient werden, sonst kann die Rentenversicherung einen Teil der Rente kürzen oder diese komplett streichen. Bitte informieren Sie sich unbedingt vor Antritt eines Nebenjobs über mögliche Auswirkungen. Bei Teilerwerbsminderung wird der Betrag individuell berechnet.

Erwerbsminderungsrente bei Krebs – wer hat Anspruch?

Allein die Tatsache, dass Sie Blasenkrebs haben, genügt nicht für die Bewilligung der Erwerbsminderungsrente. Damit der Antrag Erfolg hat, müssen Antragsteller bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Reha vor Rente: Alle Möglichkeiten müssen ausgeschöpft sein, um Ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Dabei kann sowohl eine medizinische Rehabilitation zum Einsatz kommen wie auch Möglichkeiten der beruflichen Reha.
  • Alter: Sie haben die Altersgrenze für das Rentenalter noch nicht erreicht.
  • Allgemeine Wartezeit: Sie waren mindestens fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung bei der Deutschen Rentenversicherung versichert.
  • Pflichtbeiträge: In den letzten fünf Jahren vor der Erwerbsminderung müssen Sie mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge bei einer versicherten Tätigkeit gezahlt haben.

Wie lange erhalte ich eine Erwerbsminderungsrente?

Eine bewilligte Erwerbsminderungsrente ist zunächst für drei Jahre befristet. Sollte sich Ihr Gesundheitszustand währenddessen nicht verbessern, kann diese verlängert werden. Nach neun Jahren wandelt sich die befristete in eine unbefristete Rente um. Sobald Sie das Rentenalter erreichen, erhalten Sie anstelle der Erwerbsminderungsrente die Altersrente. Die Höhe der beiden wird ähnlich berechnet.

Formulare für den Antrag Ihrer Erwerbsminderungsrente finden Sie auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung. Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Broschüre „Hilfen für Krebspatienten im Rentenalter zum Umgang mit Krankenkassen, Ämtern, Versicherungen und Behörden“, „Hilfen für Krebspatienten bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz“ und in der Broschüre „Erwerbsminderungsrente. Das Netz für alle Fälle.“